Liebe Leserinnen und Leser,
spätestens im November, wenn sich das Jahr mit immer größeren Schritten dem Ende nähert, sollte sich ein verantwortungsvoller Unternehmer der Jahresplanung für das kommende Jahr widmen.
Jetzt werden sicherlich einige von Ihnen denken: wie soll ich denn in diesen Zeiten, die vor allem von Unsicherheit geprägt sind, eine Planung aufstellen?
Eine gute Herangehensweise ist die ergebnisrelevanten Parameter zu kategorisieren. Kategorie A sollten die von Ihnen aktiv beeinflussbaren Kennzahlen sowie bereits feststehende fixe Kosten sein. In der Kategorie B sollten Sie mit prozentualen Annahmen arbeiten (z.B. Umsatzwachstum +5%, Anstieg Wareneinsatz um 0,1%, Anstieg Kosten um 3%). Auf Basis dieser Annahmen ist es möglich, eine Ergebnisprognose zu erstellen und Sie können unliebsame Überraschungen vermeiden.
Nicht zu unterschätzen ist auch, dass eine Planung quasi eine „Zielvereinbarung mit sich selbst“ darstellt und Top Down in Zielvereinbarungen mit Ihren Mitarbeitern übertragen werden kann. Wenn ich einen klaren Plan habe, erhöht dieser nachweislich den Grad der Zielerreichung.
Der Planungsprozess dient nicht nur dazu, operative Ziel-Parameter zu fixieren, sondern sollte auch genutzt werden, die Strategie des eigenen Unternehmens zu überprüfen: ist mein Geschäftsmodell mittel- und langfristig tragfähig? Falls nicht gilt es die Gründe zu identifizieren. Hat sich mein Mikro- und/oder Makro-Standort verändert und muss ich schlimmstenfalls einen Standortwechsel in Erwägung ziehen? Ist es sinnvoll -auch Standort unabhängig- neue Geschäftsfelder zu erschließen?
Gerade in der Apothekenbranche sind neben den unternehmensinternen Faktoren die politischen Rahmenbedingungen maßgeblich für die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Einzelbetriebe verantwortlich. Meines Erachtens macht es Sinn, sich auf das „Big Picture“ zu konzentrieren: aufgrund der Soziodemographie wird der Medikamentenbedarf der Bevölkerung weiter steigen und es gilt diesen Bedarf vor allem wohnortnah durch die Vor-Ort-Apotheke zu decken. Somit stellt sich die Frage „was kann bzw. muss ich tun, um das Potential meines Standortes optimal auszuschöpfen?“
Natürlich ist ein Planungsprozess in der Realität viel komplexer als von mir geschildert, jedoch als Steuerungsinstrument der Unternehmensführung unersetzlich.
Wie bereiten Sie sich und Ihre Apotheke auf das Jahr 2025 vor?
Auf bald, mit den besten Grüßen
Ihr Apo Professional
Heiko Senfleben