Liebe Leser und Leserinnen,
wie viele von Ihnen wissen, habe ich fast 30 Jahre in einem Großkonzern gearbeitet. Das diese Berufserfahrung sehr prägend ist, wird niemanden überraschen. Seit nunmehr fast 5 Jahren arbeite ich selbstständig und genieße mittlerweile den „Blick vom Spielfeldrand“ auf das Marktgeschehen in vielen Branchen. Ob es nun der Pharmamarkt, das Banken-wesen oder andere Bereiche sind, merke ich, dass sich mehr und mehr mein Blick auf gewisse Dinge verändert hat.
Während ich früher das immerwährende „schneller, höher, weiter“ von Großunter-nehmen nicht hinterfragt habe, stelle ich zwischenzeitlich immer mehr fest, dass z.B. im Bankenwesen die Genossenschaftsbanken oder auch die oft belächelten Sparkassen wesentlich kundenorientierter als die vermeintlichen Großbanken agieren. Sie „leisten“ sich ein breiteres Filialnetz und mehr Personal. In der Konsequenz können sie schneller auf Kundenfragen reagieren und man hat als Kunde nicht das Gefühl den oft überzogenen Renditeerwartungen der Anteilseigner im Wege zu stehen. Mir ist bewusst, dass bei Unternehmen Aktionäre oder auch Kreditgeber die Tragfähigkeit von Geschäftsmodellen bewerten und eine gute betriebswirtschaftliche Performance die Voraussetzung für beispielsweise niedrigere Finanzierungskosten ist. Es existieren nicht wenige Zielkonflikte zwischen den möglicherweise überzogenen Kundenerwartungen auf der einen Seite und den ebenso überzogenen Ergebniszielen der Unternehmen auf der anderen Seite. Die Praxis zeigt, dass es wie häufig kein richtig oder falsch gibt, sondern die Schwierigkeit darin besteht, die richtige Balance zwischen Shareholder Value und Kundenorientierung zu finden.
Welche Erfahrungen haben Sie als Kunde in diesem Zusammenhang schon gemacht? Meine Meinung dazu ist sehr eindeutig: „a satisfied customer is the best business strategy of all“
Beste Grüße
Ihr Apo Professional
Heiko Senfleben